Psychologische Insulinresistenz (PIR) ist eine häufige Herausforderung für Diabetespatienten beim Beginn oder der Fortführung einer Insulintherapie. Die Überwindung der PIR ist entscheidend für eine effektive Blutzuckerkontrolle und die Minimierung des Komplikationsrisikos. In diesem Artikel werden sieben zentrale psychologische Barrieren, die zur PIR beitragen, erläutert und Hinweise zu deren Bewältigung gegeben:
1. Unzureichende Kenntnisse über Diabetes
Ausgabe: Viele Patienten unterschätzen den Ernst der Diabeteserkrankung und ihre möglichen Komplikationen, insbesondere in den frühen Stadien, wenn die Symptome fehlen oder nur leicht ausgeprägt sind.
Lösung: Ermutigen Sie Patienten, sich aktiv über Diabetes zu informieren und die Bedeutung einer strengen Blutzuckereinstellung zur Vorbeugung akuter Komplikationen (wie diabetischer Ketoazidose und Laktatazidose) sowie chronischer Komplikationen (wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nephropathie, Retinopathie, Neuropathie und Fußgeschwüren) zu betonen. Psychologische Interventionen können helfen, unreflektierten Optimismus abzubauen und ein tieferes Verständnis der Erkrankung zu fördern.
2. Übermäßige Angst und Besorgnis
Ausgabe: Patienten haben möglicherweise Angst vor Injektionen aufgrund von Bedenken hinsichtlich Schmerzen, Injektionstechnik, Infektionen, Dosisberechnungen und praktischen Aspekten der Insulinaufbewahrung und -verabreichung.
Lösung: Bieten Sie Schulungen unter Anleitung von medizinischem Fachpersonal an, die sich insbesondere auf die einfache Handhabung und die Vorteile moderner Insulin-Injektionspens konzentrieren. Diese Geräte vereinfachen die Dosierung, zeigen die Injektionsstelle anhand von Abbildungen an und sind tragbar und benutzerfreundlich, wodurch Ängste reduziert und die Therapietreue zu Hause erleichtert wird.
3. Irrglaube über Insulinabhängigkeit
Ausgabe: Patienten setzen die Insulintherapie möglicherweise mit der Abhängigkeit von Psychopharmaka gleich, was dazu führen kann, dass sie die Behandlung vermeiden.
Lösung: Stellen Sie klar, dass Insulin eine ergänzende Ersatztherapie bei natürlichem Insulinmangel oder Insulinresistenz des Körpers ist und sich von der Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen unterscheidet. Betonen Sie, dass die Insulintherapie eine lebenslange Notwendigkeit zur Diabetesbehandlung darstellt und keine Form der Abhängigkeit ist.
4. Angst vor Hypoglykämie
Ausgabe: Patienten setzen die Insulintherapie möglicherweise nach dem Auftreten von Hypoglykämie-Episoden ab, aus Angst vor zukünftigen Vorkommnissen.
Lösung: Informieren Sie Patienten über die Symptome einer Unterzuckerung (Hunger, Herzklopfen, Schwindel, Müdigkeit, Schwitzen) und zeigen Sie ihnen, wie sie sofort dagegen vorgehen können, z. B. durch den Verzehr schnell wirkender Kohlenhydrate. Raten Sie von anstrengender körperlicher Betätigung nach den Mahlzeiten ab und betonen Sie die Wichtigkeit regelmäßiger Blutzuckermessungen, insbesondere bei älteren Patienten, die möglicherweise weniger ausgeprägte Symptome zeigen. Ermutigen Sie zu einer offenen Kommunikation mit den behandelnden Ärzten, um die Therapie bei Bedarf anzupassen.
5. Bedenken hinsichtlich der Kosten
Ausgabe: Manche Patienten empfinden Insulin als teurer als orale Medikamente und lehnen die Behandlung ab.
Lösung: Erklären Sie, dass Insulin zwar zunächst höhere Kosten verursacht, unkontrollierter Diabetes und seine Folgeerkrankungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenversagen, Sehverlust, diabetischer Fuß) jedoch langfristig weitaus höhere Kosten und eine verminderte Lebensqualität zur Folge haben können. Ermutigen Sie Patienten, Unterstützung von Familie, sozialen Netzwerken und verfügbaren Ressourcen in Anspruch zu nehmen, um die Behandlungskosten zu bewältigen.
6. Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl
Ausgabe: Hochgebildete oder berufstätige Menschen betrachten Insulin-Injektionen möglicherweise als Stigma und fürchten die Verurteilung durch andere.
Lösung: Heben Sie die hohe Prävalenz von Diabetes (11,4 % im Land) hervor und betonen Sie, dass Betroffene mit der richtigen Behandlung ein normales Leben und eine erfolgreiche Karriere führen können. Ermutigen Sie Patienten, eine positive Einstellung zu entwickeln, Unterstützung bei Familie und Freunden zu suchen und die Insulintherapie als Standardbestandteil der Diabetesbehandlung zu betrachten.
7. Glaube an Volksheilmittel
Ausgabe: Manche Patienten, insbesondere ältere Menschen, lassen sich von übertriebenen Versprechungen alternativer Behandlungsmethoden beeinflussen und verzichten auf eine Insulintherapie.
Lösung: Klären Sie Patienten über die evidenzbasierten Prinzipien der Insulintherapie auf und schildern Sie Beispiele aus dem echten Leben von Personen, die aufgrund der Anwendung nicht erprobter Heilmittel Rückschläge erlitten haben. Betonen Sie die Wichtigkeit der Einhaltung der verordneten medizinischen Behandlung unter Anleitung qualifizierter Fachkräfte.
Durch die Auseinandersetzung mit diesen psychologischen Barrieren und die Bereitstellung umfassender Unterstützung können Patienten die psychologische Insulinresistenz überwinden, die Insulintherapie annehmen und bessere Ergebnisse im Diabetesmanagement erzielen.