Herr Wang ist etwas über fünfzig und erhielt vor zwei Jahren die Diagnose Diabetes. Im Laufe der Jahre hat er viel über Diabetes gelernt und ist sich der Schädlichkeit eines hohen Blutzuckerspiegels für den Körper bewusst. Er achtet sehr auf seine Gesundheit und nimmt seine Medikamente regelmäßig ein. Sein Blutzuckerwert ist stets gut eingestellt. Sein Nüchternblutzuckerwert lag wiederholt bei 7,0 mmol/l oder darunter.
Herr Wangs Sehvermögen war in letzter Zeit verschwommen. Nach einer Untersuchung im Krankenhaus wurde festgestellt, dass er schwere Fundusläsionen hatte und jederzeit Gefahr lief, sein Augenlicht zu verlieren.
In diesem Zusammenhang war er sehr ratlos: Sein Blutzucker sei gut eingestellt, wie könnten also Komplikationen auftreten?
Tatsächlich sind klinische Situationen wie die von Herrn Wang nicht ungewöhnlich, und die Gründe dafür sind relativ komplex. Die Analyse zeigt, dass die Supervision weiterhin unzureichend ist und die folgenden vier Faktoren außer Acht gelassen werden:
1. Vernachlässigung der Kontrolle anderer kardiovaskulärer Risikofaktoren
Makrovaskuläre Komplikationen des Diabetes (hauptsächlich Herz, Gehirn und Blutgefäße der unteren Extremitäten) sind das Ergebnis der kombinierten Wirkung mehrerer Risikofaktoren.
Um makrovaskuläre Komplikationen zu vermeiden, reicht es daher nicht aus, lediglich den Blutzucker zu kontrollieren. Es ist außerdem notwendig, gleichzeitig Blutdruck, Blutfette, Blutviskosität und Gewicht zu kontrollieren und die entsprechenden Standards einzuhalten. Dieses Problem kann im Fall von Herrn Wang nicht ausgeschlossen werden.
2. Vernachlässigung der Behandlung von Prädiabetes
Bereits im Prädiabetes-Stadium (i.e., das Stadium der gestörten Glukosetoleranz und des abnormalen Nüchternblutzuckers), makrovaskuläre Komplikationen können mit dem Auftreten einer Insulinresistenz begonnen haben, und nicht alle treten erst nach dem Diabetes auf.
Daher wird aktuell betont, dass bei Hochrisikogruppen mit Prädiabetes aktive Interventionen durchgeführt werden sollten, nicht nur um das Auftreten von Diabetes zu reduzieren, sondern auch um makrovaskuläre Komplikationen zu verhindern.
3. Vernachlässigung der Kontrolle des Blutzuckerspiegels nach dem Essen
Obwohl Herr Wangs Nüchternblutzuckerwert gut eingestellt ist, bedeutet dies nicht, dass auch sein Blutzuckerwert nach dem Essen gut eingestellt ist. Man geht heute davon aus, dass die postprandiale Hyperglykämie im Vergleich zur Nüchternhyperglykämie einen größeren Einfluss auf den Gesamtblutzuckerspiegel (in der klinischen Praxis üblicherweise als glykiertes Hämoglobin angegeben) über den Tag und sogar über einen längeren Zeitraum hat und enger mit den makrovaskulären Komplikationen von Diabetes zusammenhängt. Daher hat sie größere Auswirkungen auf Diabetes und birgt ein noch größeres Risiko für die Patienten.
Daher sollten Ärzte bei der Überwachung von Diabetespatienten nicht nur den Nüchternblutzucker, sondern auch den Blutzucker nach den Mahlzeiten und den HbA1c-Wert kontrollieren. Ist der Nüchternblutzucker normal, der HbA1c-Wert aber erhöht, deutet dies auf eine suboptimale Blutzuckereinstellung hin und das Risiko einer postprandialen Hyperglykämie.
In diesem Fall ist es notwendig, den Behandlungsplan anzupassen und die Kontrolle der postprandialen Hyperglykämie zu verstärken, um das Auftreten diabetischer kardiovaskulärer Komplikationen zu reduzieren.
4. Blutzuckerschwankungen ignorieren
Forschungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass das Auftreten und die Entwicklung chronischer Komplikationen von Diabetes nicht nur eng mit dem Anstieg des Gesamtblutzuckerspiegels, sondern auch eng mit Blutzuckerschwankungen zusammenhängen.i.e(sowohl hohe als auch niedrige Werte). Je stärker die Blutzuckerschwankungen, desto höher das Risiko chronischer Komplikationen. Je häufiger diese auftreten, desto schlechter die Prognose.
Deshalb sollte bei strikter Kontrolle des hohen Blutzuckerspiegels eine Hypoglykämie so weit wie möglich vermieden werden, um den durch Blutzuckerschwankungen verursachten Schaden zu reduzieren.
Obwohl manche Diabetiker ihren Blutzucker streng kontrollieren und niedrige HbA1c-Werte aufweisen, entwickeln sie dennoch Komplikationen. Dies hängt nicht zuletzt mit häufigen Unterzuckerungen und starken Blutzuckerschwankungen zusammen.
Die Situation von Herrn Wang könnte mit den oben genannten Faktoren zusammenhängen.
Zahlreiche Studien haben bestätigt, dass eine strikte Blutzuckerkontrolle diabetische mikrovaskuläre Komplikationen reduzieren kann.i.eNieren-, Netzhaut- und neurologische Erkrankungen) um etwa zwei Drittel. Darüber hinaus können auch makrovaskuläre Komplikationen bis zu einem gewissen Grad reduziert werden. „Deutlich reduziert“ bedeutet jedoch nicht „gar nicht“.
Wir dürfen die strenge Blutzuckerkontrolle jedoch nicht vernachlässigen, nur weil wir Komplikationen nicht hundertprozentig ausschließen können. Schließlich ist die Wirksamkeit einer strikten Blutzuckerkontrolle nach wie vor beträchtlich.
Liebe Diabetiker, bitte beachten Sie: Bei Diabetes ist es wichtig, frühzeitig gegen Hyperglykämie vorzugehen und verschiedene kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Blutzucker, Blutdruck, Blutfette, Blutviskosität und Übergewicht umfassend zu kontrollieren. So können Nüchtern- und postprandiale Blutzuckerwerte im Normbereich liegen und Blutzuckerschwankungen reduziert werden, um chronischen Diabeteskomplikationen vorzubeugen.